HUBERT SCHMALIX in der Galerie Schloss Parz
zu Gast im Kabinett: PETER NIEDERTSCHEIDER

BEAUTY IN THE MATRIX

Hubert Schmalix in der Galerie Schloss Parz

Flache Landschaften geschmückt  mit Hochnebel und pittoresken Mühlen, alles arrangiert und feinstens ausgefüllt. Hubert Schmalix erhebt die Zwischenräume zum Bildinhalt, koloriert nach seiner eigenen Fasson und schafft ein dichtes, vibrierendes Gewebe, weit abseits von romantischer Verklärtheit und Nostalgie. Malen nach Zahlen goes wild. Es öffnet sich damit die Sicht auf Strukturen und Verhältnisse, die durch das Fehlen eines expressiven Pinselns in den Vordergrund treten.  Bis zur reinen Segmentierung strahlender Farbflächen. Narrative geben nach, zugunsten einer Kalkulation aus Farbe und Feld, wie Ausdruck von Energien, von Rhythmen aus Bündeln und Zerstreuen. Die Angewohnheit seine Frau einzufügen, in die Ornamente einzubetten wirkt wie eine Chiffre, eine Wiederholung im Ansonsten stets sich verändernden Farbraum und seinen Dimensionen. Durch die extreme Verflachung entsteht eine Unzahl an möglichen  Perspektiven, eine Art Vorahnung auf die Verpixelung der Realität. Willkommen in der Matrix.

WHATEVER WILL THEY THINK OF US IN THE FUTURE…

Peter Niedertscheider in der Galerie Schloss Parz

Die hellweißen marmornen Reliefs mögen zunächst antiquiert wirken, man denke an Winkelmanns Weiß-heit und andere Reinheitsfantasien, aber Peter Niedertscheiders konzeptuelle Bildhauerei spielt genau damit. Da werden die Massen der Museumsbesucher auf derselben Ebene verhandelt wie noble Renaissance,  und schon gewinnen wir Abstand. Durch die Neuaufladung von Technik und Material entsteht eine Art Zeitschleuse. Fotograf und Vase sind plötzlich beide Artefakte einer vergangenen Epoche: das eigene Verhalten im Kunstkontext lustvoll bespiegelt und gleich konserviert. Strandparty oder wildes Körperdurcheinander, wie aus der tiefen Milch an die Oberfläche getrieben.  Auf einem Zebrastreifen Mosaik bleibt nichts zurück als ein vager Schatten. Schwarz-weiß auch die Spiegelungen, wie Geisterfotos, Abdruck verschwommener Erinnerung und verborgene Frage nach Autorität und Abbildungswürdigkeit. Weiß ist die Farbe der Herrschaft, und der Westen all jener, die etwas zu verbergen haben.  Was wird wohl von uns übrig bleiben?

Ausstellungsansichten